Deutscher Boxer

Schöner Deutscher Boxer beim Portrait

Der vielseitige Deutscher Boxer zeigt sich charmant und humorvoll. Er ist ein liebenswerter Familienhund und kann gleichzeitig aber auch als zuverlässiger Schutz- und Diensthund gehalten werden.

Steckbrief: Informationen rund um den Vierbeiner

Rasse:Deutscher Boxer
Herkunft:Deutschland
Größe:53-63 cm
Gewicht:25-30 kg
Lebenserwartung:10-12 Jahre
Felllänge:Kurzhaar
Fellfarbe:Rehfarben, Sandfarben
Aufgaben:Begleit-, Schutz- und Gebrauchshund
Listenhund:nein
FCI Gruppe:2. Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde
FCI Standard:144
FCI Rasse Standards:FCI Standards (PDF)

Geschichte: Ein kräftiger und treuer Begleiter mit historischem Hintergrund

Zu den Vorfahren des Deutschen Boxer zählen die sogenannten „Brabanter Bullenbeißer“. Diese Vierbeiner wurden bereits im Mittelalter gehalten und überwiegend für die Jagd auf Wild eingesetzt. Auch bei der Jagd auf Bären und Wildschweine zeigten sich die Bullenbeißer talentiert. Wie viele andere Rassen auch, mussten auch diese Hunde vom 16. bis zum 18. Jahrhundert ihr Leben bei Schaukämpfen verteidigen. Zentrum dieser Kämpfe war damals England. Die Kämpfe Hund gegen Bulle waren damals äußerst populär. So entstand auch der Name „Bullenbeißer“, denn die Hunde mussten sich in die Bullen verbeißen und diese schließlich zu Boden ringen.

1820 gab es im „Handbuch für Jäger, Jagdberechtigte und Jagdliebhaber“ von George Franz Dietrich bereits detaillierte Beschreibungen zur Optik und zum Charakter der Bullenbeißer, welche überwiegend auch auf den uns heute bekannten Deutschen Boxer zutreffen. Beschrieben wurden die Hunde als kräftige Vierbeiner mit breitem Schädel, die zielstrebig und schnell ihre Beute packten. Die Ohren und die Rute der Vierbeiner wurden damals in der Regel kupiert. Des Weiteren galten die Bullenbeißer damals als hochaggressiv, was heute auf den Deutschen Boxer nicht mehr zutrifft.

Diese Änderung des Charakters kam durch das Einkreuzen der English Bulldog zustande. Die neue Zucht begann Ende des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit waren die ursprünglichen Bullenbeißer durch den Einsatz neuer Waffen nicht mehr für die Jagd notwendig. Auch die Kämpfe wurden mittlerweile verboten. Deshalb versuchte man durch die English Bulldog, die Hunde zwar optisch kaum zu verändern, das Wesen aber deutlich freundlicher und offener zu gestalten. So kam es 1895 auch zur Gründung des ersten deutschen „Boxer-Klubs“. Bereits zu diesem Zeitpunkt war es das Ziel der Zucht, einen Familienhund zu schaffen, der weder durch seine Optik, noch durch sein Wesen Angst verbreiten sollte. 1905 gaben die Münchner Club-Begründer auch den ersten offiziellen Rassestandard heraus. Dieser ist bis heute noch gültig.

Charaktereigenschaften: Ein gehorsamer Familienhund und skeptischer Begleiter

Der Deutscher Boxer ist ein freundlicher und verspielter Familienhund. Er zeigt sich sehr gehorsam und ist zudem schnell unterwürfig, sodass die Erziehung des Vierbeiners verhältnismäßig einfach ist. Durch sein sympathisches Wesen eignet sich der Boxer auch wunderbar für die Haltung in Familien mit Kindern. Das gemeinsame Spielen und Herumtoben macht sowohl den Kids, als auch dem Hund jede Menge Spaß. Hierbei zeigt sich der Boxer auch äußerst geduldig und ruhig, sodass er sich selbst von kleinen, hartnäckigen Kindern nicht stressen lässt.

Seiner Familie ist der Hund stets treu und eng verbunden. Deshalb ist er auch immer wachsam und würde sein Rudel jederzeit vor Gefahr beschützen. Somit tritt der Boxer fremden Menschen eher skeptisch und distanziert gegenüber. Er muss für sich erst abklären, ob denn von den Fremden eventuell Gefahr ausgeht. Sollte tatsächlich eine Gefahrensituation entstehen, würde der Vierbeiner seine Liebsten ohne zu zögern verteidigen.

Dieser Mut und die Furchtlosigkeit eignen den Deutschen Boxer auch zum Wachhund. Dennoch bleibt dieser Verteidigungsmechanismus bei dem Vierbeiner immer kontrollierbar. Er würde sich nie grundlos aggressiv zeigen. Vielmehr vertraut er auf die Signale seines Besitzers. Zeigt sich dieser entspannt und unbesorgt, so legt auch der Boxer schnell seine Anspannung ab.

Erscheinungsbild: Kraftvoll und ausdauernd mit hervorstehendem Unterkiefer - die typischen äußeren Merkmale des Deutschen Boxers

Der Körperbau des Deutschen Boxers ist kräftig und muskulös. Der Kopf ist für einen Molosser relativ schlank, dafür ist der Fang des Hundes besonders breit. Letzteres ist eine Eigenschaft, die noch aus der Zeit als Bullenbeißer erhalten blieb. Charakteristisch für den Boxer ist zudem der Vorbiss. Das heißt, der Unterkiefer steht etwas hervor. Bei einer Widerristhöhe von 53-63 Zentimetern wiegen die Tiere zwischen 25 und 30 Kilogramm. Sie geben daher insgesamt ein durchaus imposantes Erscheinungsbild ab.

Das kurze, harte Fell des Hundes liegt dicht am Körper an und zeigt sich dabei glänzend. Laut Rassestandard sind die Boxer in gelber und gestromter Fellfarbe zulässig. Anzustreben sind hierbei laut FCI die rotgelben Farbtöne. Die gestromten Vierbeiner haben wiederum ebenfalls eine gelbe Grundfarbe und haben dabei dunkle oder schwarze Streifen. In der Regel tragen zudem alle Rassevertreter eine dunkle Maske. Auch weiße Zeichnungen sind nach dem Standard erlaubt, allerdings darf dieser Weißanteil nicht über ein Drittel des Körpers bedecken.

  • mittelgroße bis große Hunderasse
  • muskulöser und athletischer Körperbau
  • kurzes, glattes Fell in den Farben Gelb oder gestromt mit charakteristischer schwarzer Maske im Gesicht
  • breiter Schädel und kräftiger Fang
  • kurze, hängende Ohren
  • dunkle, mandelförmige Augen
  • Rute kann kupiert oder naturbelassen sein (in Deutschland seit 1998 jedoch verboten)
  • freundlicher und intelligenter Gesichtsausdruck

Haltung & Aktivität: Der Deutsche Boxer - Ein Spiegel seines Besitzers

Auch wenn die Deutscher Boxer sehr unkomplizierte und gehorsame Tiere sind, sollten sie dennoch frühzeitig eine umfangreiche Erziehung genießen. So kann der ausgeprägte Schutztrieb der Hunde gut kontrolliert werden. Beachten Sie beim Training, dass Sie behutsam und liebevoll mit dem Boxer umgehen. Zu viel Druck oder gar Gewalt gefällt dem Vierbeiner absolut nicht. Bei so einem Verhalten zeigt er sich dann sehr stur und eigenwillig. Begegnet man dem Deutschen Boxer zu jeder Zeit mit Respekt, hat man einen zuverlässigen und treuen Begleiter an seiner Seite.

Der Deutscher Boxer hat einen großen Bewegungsdrang. Als Halter sollten Sie daher einigermaßen sportlich unterwegs sein und auch Freude am Bewegen haben. Um den Boxer entsprechend auszulasten, können Sie mit ihm lange Spaziergänge oder auch Wanderungen unternehmen. Auch als Begleitung für Radtouren oder zum Joggen ist der Vierbeiner geeignet. Dazu ist der Boxer ein sehr verspielter Hund. Er liebt es, während der Spaziergänge mit Bällen zu spielen, Stöckchen zu sammeln oder mit Quietschis herumzutoben. Auch an jeglicher Form von Hundesport hat der Vierbeiner jede Menge Spaß. Grundsätzlich können Sie mit dem Boxer auch eine Ausbildung zum Wach-, Schutz- oder Rettungshund absolvieren. Hierbei wäre der agile Vierbeiner rundum ausgelastet.

Gerade durch seine Verspieltheit eignet sich der Boxer wunderbar für das Zusammenleben mit Kindern. Das gemeinsame Toben und Spielen ist auch für den Vierbeiner jedes Mal eine wahre Freude. Im Welpen- und Junghundalter ist allerdings noch etwas Vorsicht geboten. Der Boxer weiß sich in diesem Alter noch nicht richtig einzuschätzen und kann daher beim Spielen sehr wild und stürmisch sein. Gerade bei kleinen Kindern könnte es dann versehentlich zu Unfällen kommen.

Durch seine unkomplizierte Art lässt sich der Boxer auch gut in der Stadt halten. Ein eigener Garten zum Herumtoben wäre aber natürlich ideal.

Deutscher Boxer - Wachhund und Schutzhund

Pflege & Gesundheit: Der pflegeleichte Boxer und seine rassetypischen Krankheiten

Das kurze Fell des Boxers ist einfach zu pflegen. Es genügt völlig, das Haarkleid etwa einmal pro Woche zu bürsten, damit lose Haare entfernt werden und der Glanz des Fells stets erhalten bleibt.

Der Deutsche Boxer neigt grundsätzlich zu einigen rassetypischen Krankheiten. Dazu gehören die Hüftgelenksdysplasie, Arthrose, Spondylose, Herzkrankheiten und Tumore. Deshalb ist es besonders wichtig, dass nur völlig gesunde Tiere zur Zucht zugelassen werden, damit sie keine Gendefekte an den Nachwuchs weitergeben können. Auf Defekte sollten nicht nur die Eltern getestet werden, sondern auch die Geschwister, Großeltern, Onkel und Tanten. Im Prinzip geht es darum, die gesamte Zuchtlinie von Krankheiten frei zu halten, nur so können wirklich gesunde Welpen geboren werden.

  • Regelmäßiges Training und ausgewogene Ernährung
  • Tierärztliche Untersuchungen und Impfungen
  • Schutz vor Überhitzung und ausreichende Hydration
  • Regelmäßige Untersuchungen auf Hüftdysplasie und Herzprobleme
  • Fellpflege zur Vermeidung von Hautproblemen und Parasitenbefall
  • Soziale Interaktion und Ruhepausen

Zucht: Seriöse Zuständigkeit finden Sie beim Boxer-Klub e.V.

Der Boxer-Klub e.V. in München ist auch heute noch für die Aufsicht der Boxer-Zucht zuständig und lässt nur komplett gesunde Tiere zur Zucht zu. Die Tiere werden nicht nur auf deren Gesundheit und Optik überprüft, sondern müssen sich auch einem Wesens- und Fitnesstest unterziehen. Wer die Zuchttauglichkeitsprüfung nicht besteht, wird streng von der Zucht ausgeschlossen.

Um einen gesunden Welpen zu erhalten, sollten Sie auf jeden Fall einen seriösen Züchter wählen, der nach den Standards des Boxer-Klubs e.V. bzw. der FCI handelt. Von solchen Züchtern erhalten Sie auch offizielle Papiere mit den Abzeichen des VDH und der FCI. Hobbyzüchter hingegen kümmern sich oft nicht ausreichend um die Gesundheitsvorsorge und vermitteln somit teils kranke Tiere. Dasselbe gilt natürlich für Hunde aus illegalen Tiertransporten. Stutzig sollte Sie hierbei immer ein besonders günstiger Preis und eine Abgabe unter 10 Wochen machen.

Laut VDH kamen in Deutschland im Jahr 2020 1565 Boxer-Welpen zur Welt. Die Anzahl der seriösen Züchter ist deshalb also relativ hoch. Es wird somit nicht lange dauern, bis Sie Ihren Wunsch-Welpen in den Händen halten können.

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