Eurasier

Eurasier Hund rennt frei über ein Feld

Der selbstbewusste Vierbeiner ist für seine freundliche und menschenbezogene Art bekannt. Daher wird er auch gerne als Familienhund gehalten. Bei dem Eurasier handelt es sich zudem um die jüngste Hunderasse, die in Deutschland entstanden ist.

Steckbrief: Fakten über die junge Rasse

Rasse:Eurasier
Herkunft:Deutschland
Größe:48-60 cm
Gewicht:18-32 kg
Lebenserwartung:12-14 Jahre
Felllänge:Langhaar
Fellfarbe:Schwarz, Orange/Mahagoni, Blau/Silber, Creme, Rehfarben, Sandfarben
Aufgaben:Begleithund
Listenhund:nein
FCI Gruppe:5. Spitze und Hunde vom Urtyp
FCI Standard:291
FCI Rasse Standards:FCI Standards (PDF)

Geschichte: Herkunft und Entwicklung des Eurasiers

Der Ursprung dieser noch recht jungen Rasse liegt im baden-württembergischen Weinheim. Dort begann gegen 1960 Julius Wipfel damit, einen sogenannten „Wolfs-Chow“ zu züchten, indem er Wolfsspitze mit Chow-Chows kreuzte.

Etwa zur selben Zeit beschäftigte sich Konrad Lorenz mit der Kreuzung von Schäferhunden und Chow-Chows. Sein Ziel war es, den deutschen Gebrauchshund mit dem Eigensinn des Chow-Chows auszustatten. Nun griff Lorenz den Gedanken des „Wolfs-Chow“ auf und erwarb die Wolfs-Chow Hündin Babette, mit welcher er die Zucht der Rasse vorantrieb. Allerdings sollte es nicht bei dem Wolfs-Chow bleiben. Ebenfalls 1972 wurden noch Somojeden eingekreuzt, wodurch letztlich der Eurasier entstand, der uns auch heute bekannt ist. 1973 wurde die neue Rasse sowohl von dem VDH als auch von der FCI offiziell anerkannt.

Charaktereigenschaften: Eine Rasse mit ungewöhnlichem Charakter

Der Eurasier entstand durch die Verpaarung folgender Rassen: dem Chow-Chow, dem Wolfsspitz und dem Samojeden. Dementsprechend finden sich von allen drei Ausgangsrassen Eigenschaften im Eurasier wieder. Da es darum ging, die Vorzüge der Rassen zu vereinen, sollte der Eurasier somit zurückhaltend, freundlich und umgänglich sein. Wie es aber bei allen Hybridhunden der Fall ist, kann es auch bei diesem Vierbeiner vorkommen, dass sich eine Rasse stärker durchschlägt, als die anderen und somit eine der Eigenschaften dominiert.

Bei dem Eurasier können Sie trotzdem sicher einen freundlichen und angenehmen Familienhund erwarten, der sich kinderlieb zeigt und daher auch gut in Familien mit Kindern gehalten werden kann. Dennoch ist der Eurasier nicht unbedingt ein Hund für Anfänger ohne Vorerfahrung. So zeigt sich das Tier gerne mal stur und eigensinnig - Eigenschaften, die wohl vom Spitz vererbt wurden. Erfahrene Hundehalter werden aber schnell wissen, wie sie den Hund zu führen haben und können sich dann über einen treuen Begleiter freuen.

Eurasier sind zudem sehr wachsame Tiere, die allerdings gleichzeitig nicht sehr bellfreudig sind. Als Wachhunde eignen sie sich daher eher weniger. Auch ein Jagdtrieb kann stark ausgeprägt sein, was aber wiederum nicht zwingend sein muss. Hier kommt es ebenfalls darauf an, welche Gene stärker dominieren.

Besonders rassetypisch ist die sensible Art des Hundes. Er zeigt sich sehr empathisch und reagiert schnell auf die Stimmung seines Halters. Zudem baut er auch eine enge und starke Bindung zu diesem auf.

Erscheinungsbild: Die unverwechselbare Ästhetik des Mischlings

Optisch ähnelt der Eurasier auf jedem Fall einem Spitz-Mischling. Auffällig sind die spitzen Ohren und auch die nach oben gebogene Rute. Der Körperbau des Eurasiers ist harmonisch proportioniert und durchaus sportlich. Rüden haben eine Schulterhöhe von 52-60 cm. Hündinnen werden in der Regel 48-56 cm groß. Das Gewicht der Rassevertreter liegt zwischen 18 und 32 kg.

Das Fell des Hundes ist mittellang und liegt lose an. Am Fang, dem Gesicht, den Ohren und an den Vorderseiten der Läufe trägt der Eurasier eher kürzeres Fell. Die Rute und die Rückseiten der Läufe sind wiederum mit einer langen Haarpracht bedeckt. Des Weiteren trägt der Vierbeiner am gesamten Körper eine dichte Unterwolle, die ihn vor äußeren Einflüssen schützt.

Grundsätzlich sind fast alle erdenklichen Fellfarben erlaub. Laut Rassestandard ist lediglich ein weißes, geschecktes und leberbraunes Haarkleid verboten.

  • Mittelgroße Hunderasse
  • Dichtes, mittellanges Fell in verschiedenen Farben wie Rot, Grau, Schwarz oder Creme
  • Stehende, mittelgroße Ohren mit abgerundeten Spitzen
  • Dunkle, mandelförmige Augen
  • Kräftiger Körperbau mit gut entwickelter Muskulatur
  • Schwanz ist buschig und wird über dem Rücken getragen
  • Adrett und elegant im Aussehen, mit einer selbstbewussten Ausstrahlung

Haltung & Aktivität: Eine Rasse, die gut im Umgang mit Kindern und Katzen ist

In erster Linie ist der Eurasier ein perfekter Familienhund. Durch sein freundliches und gutmütiges Wesen kommt er bestens mit Kindern zurecht und mag es auch entsprechend mit den Kindern zu spielen und herumzutoben. Selbstverständlich sollten die Kinder vorab den richtigen Umgang mit Hunden gelernt haben. Zudem muss der Vierbeiner auch an einem ruhigen Ort entspannen können, ohne dass ihn der Nachwuchs des Hauses hierbei stört.

Mit Katzen versteht sich der Eurasier ebenfalls sehr gut. Um das Zusammenleben so leicht wie möglich zu gestalten, ist es dennoch ratsam, die Tiere frühzeitig zusammenzuführen. Idealerweise lernt der Welpe die Samtpfoten bereits beim Züchter kennen.

Grundsätzlich kann der Vierbeiner auch in der Stadt gehalten werden. Zwar braucht er schon ausreichend Auslauf und liebt auch das Herumstöbern in der freien Natur, dennoch sind seine Ansprüche nicht allzu hoch. Ein eigener Garten zum Spielen wäre aber natürlich ideal.

Um den Eurasier körperlich ausreichend auszulasten, bietet sich neben ausgedehnten Spaziergängen auch Hundesport an. Besonders geeignet wäre hierbei das Mantrailing, was den Vierbeiner zugleich auch geistig fordert. Sportarten, bei welchen der Eurasier besonders schnell und gehorsam sein muss, eignen sich eher weniger, denn das sind nicht gerade die Talente des Rassevertreters.

Hunderasse Eurasier bellen sich an

Pflege & Gesundheit: Rassespezifische Erkrankungen und tägliche Fellpflege - der anspruchsvolle Eurasier

Das Fell des Eurasiers ist einfach zu pflegen. Bürsten Sie es in etwa einmal pro Woche, um Verfilzungen zu vermeiden und Schmutz zu entfernen. Während des Fellwechsels sollten Sie hingegen fast täglich zur Bürste greifen, damit lose Haare gleich entfernt werden und nicht im Haus herumfliegen. Vom Scheren und Schneiden ist bei dieser Rasse abzuraten. Dadurch würde nur die Haarstruktur geschädigt werden. Einen Vorteil bringt es hingegen nicht.

Auch bei dem Eurasier können rassespezifische Erkrankungen auftreten. Dazu gehören die Hüft- und Ellenbogendysplasie, Epilepsie, Entropium, die Patellaluxation und Zahnfehlstellungen. Einiges davon kann bereits vorab durch Gentests ausgeschlossen werden. Tragen die Zuchttiere keine Gendefekte in sich und sind vollständig gesund, ist das Risiko, das der Welpe erkrankt, schon deutlich reduziert. Manche Eurasier kommen im Übrigen mit einer verkürzten Rute auf die Welt, was aber in der Regel nicht weiter schlimm ist.

Zucht: Dem FCI zugehörige Vereine schaffen einen seriösen Umgang im Eurasiererwerb

In Deutschland kamen 2020 laut VDH 282 Eurasier-Welpen auf die Welt. Dementsprechend gibt es eine ausreichende Auswahl an seriösen Züchtern. Haben Sie Interesse an einem Eurasier, wenden Sie sich am besten direkt an einen Eurasier-Verein. Dieser vermittelt ihnen entsprechende Züchter, wobei Sie auch direkt beim Verein schon Wünsche nach der Farbe oder dem Geschlecht des Hundes anbringen können. Anlaufstellen wären der „Eurasier Klub Sitz Weinheim“, die „Zuchtgemeinschaft für Eurasier“ oder die „Kynologische Zuchtgemeinschaft Eurasier“. Alle drei Vereine sind sowohl dem VDH, als auch der FCI angeschlossen, sodass Sie sicher sein können, dass sich ausreichend um die Gesundheitsvorsorge gekümmert wird.

Für einen Eurasier-Welpen liegt der Preis derzeit bei ca. 1500 Euro. Weitaus günstigere Preise deuten auf eine unseriöse Hobbyzucht hin, bei welcher Inzucht nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Auch um die Gesundheit wird sich oft nicht ausreichend bemüht.

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